Mittwoch, 27. Mai 2026

Die Marienkirche und das Wunder von Veit Stoß

Wenn man in Krakau ist, führt am Hauptmarktplatz kein Weg an ihr vorbei: der mächtigen Marienkirche. Drinnen erwartet einen ein wahrer Farbrausch aus Rot, Blau und Gold, aber das unumstrittene Herzstück ist der weltberühmte Hochaltar von Veit Stoß aus dem 15. Jahrhundert. Ein absolutes Meisterwerk der Spätgotik! Wenn man vor diesem riesigen, aus Lindenholz geschnitzten Altar steht, klappt einem erst mal die Kinnlade herunter. Die Figuren (2,70 m) sind so lebendig und detailreich gestaltet – man meint fast, sie würden jeden Moment zu atmen beginnen.
 
 
 
Das eigentliche Highlight ist aber kein Kunstwerk, sondern ein tägliches Ritual mit Gänsehaut-Garantie: Am späten Nachmittag wird der Altar feierlich geschlossen. Und wer macht das? Keine mächtige Maschine, sondern die kleinste Schwester des Ordens. Wenn diese zierliche Nonne mit Seelenruhe nach vorne schreitet und die riesigen, tonnenschweren Altarflügel ganz behutsam mit einem langen Stab zuklappt, verstummen die Besucher, sie lauschen einer ehrwürdigen Musik. Ein tief berührender, fast magischer Moment, der einen ganz klein und ehrfürchtig werden lässt. Ein perfekter, stiller Kontrast zum Trubel draußen auf dem Markt!
 
 


 

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