Sonntag, 24. Mai 2026

Von Schindlers Fabrik ins pulsierende Ghetto von heute

eute stand ein tiefgründiges Kontrastprogramm am Plan. Zuerst ging es in Oskar Schindlers Fabrik. Die Ausstellung dort ist einfach nur beeindruckend – extrem gut kuratiert, modern und mit enormem Aufwand gestaltet. Man wird regelrecht in die Geschichte hineingezogen, gepaart mit all den Gräueltaten, der Hoffnungslosigkeit und der Angst von damals.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich konnte viele der historischen Texte, all die originalen Formulare, Anschläge, Beschlüsse und Erlasse genau lesen. Und ich habe mich nicht geschämt. Das war einmal. Ich bin für diese Taten nicht verantwortlich, auch wenn ich zutiefst bedauere, was damals passiert ist. Es tat gut zu wissen, dass sich Österreich durch Bundeskanzler Franz Vranitzky – bei dessen historischer Rede 1991 übrigens auch der große Hugo Portisch maßgeblich mitgewirkt hat – längst offiziell entschuldigt und zugegeben hat, dass wir eben nicht nur Opfer waren. Diese Klarheit im Heute erlaubt ein ehrliches Hinsehen ohne falsche Scham.

 
 
 
 
 
 
 
 
Die Zeit nach der Befreiung wurde leider nicht viel besser.
 
 
 
Anschließend sind wir durch das ehemalige Ghetto-Viertel Podgórze gewandert. Wer hier eine rein bedrückende Stimmung erwartet, wird überrascht: Das Viertel präsentiert sich heute unglaublich hipp, geschäftig und voller Leben, gespickt mit unzähligen gemütlichen Lokalen. Trotz Sonnenschein, sehr warmen Temperaturen und blauem Himmel spüre ich an jeder Ecke die jüdische Geschichte, die hier ganz natürlich weiterlebt. Ein faszinierender Ort, an dem Vergangenheit und moderne Lebensfreude perfekt ineinandergreifen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zahlen und Fakten: Es gab 1939 ca 64.000 Juden in Krakau (etwa 25 % der Stadtbevölkerung) heute zählt die offizielle jüdische Religionsgemeinschaft 200 Juden in Krakau.

Der Wawel-Marathon für Enthusiasten (inklusive Nachhilfe für Wien)

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