Nachdem der Geist wieder halbwegs willig war, ging es direkt unter die Erde: in den Krakauer Underground (Rynek Podziemny). Ein Wahnsinn! Wo 2005 eigentlich nur für sechs Monate ein bisserl saniert werden sollte, grub man fünf Jahre lang ein ganzes mittelalterliches Universum aus. Man spaziert herunten durch Straßen aus dem 11. Jahrhundert, während oben am Marktplatz die Fiakerpferde über die Köpfe trampeln.
"Robert, die Bilder bewegen sich wie bei Harry Potter."
"Flonie, wieviel hast du getrunken, während ich schlief."
"Nein, sieh doch." Nichts passiert. "Robert, ich bin doch nicht deppert."
Wieder aufgetaucht, brauchten wir erst mal Frischluft und Weitblick. Die Rettung war die Terrasse direkt an den Tuchhallen.
Bei einem genialen Abendessen in der tiefstehenden Sonne, mit Blick auf die Marienkirche, ließen wir die rauchenden Köpfe abkühlen. Perfekt.
Und genau in diesem Zustand der absoluten Tiefenentspannung kam die Frage aller Fragen: „Du, willst noch Salsa tanzen gehen?“
Wie bitte?! Ich bin fast tot! Meine Beine haben heute schon die gesamte polnische Geschichte abgewandert und im Untergrund Vampir-Skelette besucht. Mein einziger Tanzschritt für heute führt mich schnurstracks ins Bett. Gute Nacht, Krakau – du schaffst mich!
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