Nach dem ersten Kaffee ging es direkt zum Treffpunkt mit
Stadtführerin Monika bei der Marienkirche. Von dort aus startete der
geschichtliche Marathon: über den imposanten Marktplatz (Hauptmarkt) mit den Tuchhallen,
vorbei an der ehrwürdigen Universität und hinauf bis zum Wawel. Was Monika uns
in drei Stunden an geballter Information über die große Geschichte Krakaus und
Polens, das jahrhundertelange Zusammenleben von Katholiken und Juden, aber auch
über die finsteren Zeiten des Nazi-Terrors sowie die Ära von Papst JohannesPaul II. und Lech Wałęsa serviert hat, passt eigentlich auf kein normales
Geschichtsmenü.
Spannend ist auch, wie man im Mittelalter damals auf den Thron kam: Die Könige wurden nämlich vom Adel gewählt. Da wurden quasi internationale Bewerbungsmappen aus ganz Europa durchgeschaut, um den passenden Regenten zu finden mit hauptsächlich Repräsentationszwecken.
So landete auch Jan III. Sobieski auf dem Thron, der „Ritter
von Wien“, den wir Österreicher ja bestens von der Entsatzschlacht am
Kahlenberg kennen. Er förderte die Wissenschaft, ganz im Gegensatz zu einem
seiner Vorgänger, König Wladyslaw II., der mit Bildung anfangs so gar nichts am
Hut hatte und die Universität schlichtweg nicht finanzieren wollte. Gott sei
Dank hatte er eine g‘scheitere Frau: Seine Gemahlin, die legendäre KöniginHedwig, hatte nicht nur ein riesiges Herz für die Armen, sondern vermachte nach
ihrem Tod ihren gesamten royalen Schmuck der Universität, um sie vor dem Ruin
zu retten. Sie wurde dafür völlig zurecht heiliggesprochen – und der Herr
Gemahl durfte im Jahr 1400 brav die Lorbeeren für die Neueröffnung einheimsen.
Ohne die Frauen geht halt auch in der Weltgeschichte nix.
Ein echtes Prachtstück der Spätgotik (natürlich aus der Werkstatt des genialen Veit Stoß) ist das Grab von König Kasimir IV. Jagiello. Verziert mit Löwe und Biber – Symbole für Stärke und Fleiß beim Bauen. Der absolute Clou ist aber sein Gürtel: Darauf sind die verschiedenen Burgen abgebildet, die er entlang der Grenze hochziehen ließ. Praktisch, wenn man seine Statussymbole immer direkt am Mann trägt.
Ein echtes Prachtstück der Spätgotik (natürlich aus der Werkstatt des genialen Veit Stoß) ist das Grab von König Kasimir IV. Jagiello. Verziert mit Löwe und Biber – Symbole für Stärke und Fleiß beim Bauen. Der absolute Clou ist aber sein Gürtel: Darauf sind die verschiedenen Burgen abgebildet, die er entlang der Grenze hochziehen ließ. Praktisch, wenn man seine Statussymbole immer direkt am Mann trägt.
Frederic Chopin muss erwähnt sein
Nach dreimal Umdrehen im historischen Universum waren wir –
metaphorisch gesprochen – dezent mit dem königlichen Krönungsschwert
erschlagen. Mit rauchenden Köpfen und schwer beladen mit historischem Wissen
retteten wir uns zum Mittagessen. Das Thermometer meinte es heute nämlich
besonders gut mit uns. Durst! Wasser!
Die Rettung? Eine ordentliche Portion Pierogi (die
legendären gefüllten Teigtaschen) und viel Wasser mit Zitrone. Und jetzt? Der
Geist ist willig, aber die Beine streiken endgültig. Das Nachmittagsschläfchen
ruft ganz laut meinen Namen. Krakau, du bist großartig, aber jetzt wird erst
mal von dir geträumt!
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