Nachdem ich gestern um Punkt 22:00 Uhr hochoffiziell ins
Schlaf-Koma gefallen bin, war das Aufstehen heute ein Klacks. Ein bisserl
Haferflocken, ein bisserl Joghurt zur Stärkung – und los ging das
Mammutprogramm. Wenn schon Wawel, dann gescheit: Ich hatte das Ticket für
„Enthusiasten“. Das bedeutet übersetzt: Einmal alles, bitte! Und zwar pünktlich
im ersten Time-Slot um 09:00 Uhr, bevor die großen Touristenströme die Burg
stürmen. Das Wetter ist super, 24° und viel Sonne.
Der Wawel ist ja nicht einfach nur eine Burg, sondern das
historische Herz Polens. Hier residierten jahrhundertelang die Könige, hier
schlägt die Seele des Landes. Mein Weg führte mich durch den Wawel-Underground,
vorbei an den Schätzen der königlichen Schatzkammer, durch die prunkvollen
Repräsentationsräume, hinauf auf die Terrasse und durch die Renaissance-Gärten.
Mein absolutes Highlight war aber weder Gold noch Silber,
sondern ein technologisches Wunderwerk: der Audio-Guide. Burschen und Mädel in
Wien, passt jetzt ganz genau auf, hier dürft ihr wirklich was lernen! Das Ding
ist der „besteste“ Guide aller Zeiten. Man betritt einen Raum, der Guide weiß
per Standorterkennung sofort, wo man ist, und plappert los. Man geht weiter, er
schaltet automatisch um. Keine Ziffern mühsam in ein Tastenfeld klopfen, kein
Suchen auf einem Bildschirm – alles läuft vollautomatisch, inklusive exakter
Zeitangabe für jeden Abschnitt. Ein absoluter Traum von Organisation.
Nach diesem geschichtsträchtigen Kultur-Marathon war der
Akku erst mal leer auch vom Phone. Mittags gab es die verdiente Stärkung in der
Wawel Trattoria, gefolgt von einem echten Geniestreich: ein ausgiebiges
Schläfchen im Liegestuhl im Schatten einer riesigen Platane, direkt auf dem
Burggelände. So lässt es sich als imperialer Tourist leben.
Um 17:00 Uhr bin ich dann vollkommen erledigt, aber
glücklich, in der Wohnung angekommen. Jetzt heißt es nur noch: Füße hoch und
den royalen Muskelkater pflegen! Robert Beine können die viele Bewegung kaum
fassen.