Heute steht wieder ein volles Programm auf dem Zettel – so voll, dass uns zwischendurch kurz die Puste ausgeht! Wir starten beim Bischofspalast mit seinem berühmten „Papstfenster“, von wo aus Johannes Paul II. früher immer zu den Jugendlichen spricht.
Gleich nebenan geht es ins Gotik-Museum (Ciołek-Palast), das mit seinen uralten, sakralen Kunstwerken und Ikonen eine ganz eigene, fast mystische Ruhe ausstrahlt.
Johann III Sobieki - der Retter Wiens.
Genau dort passiert es dann: Kultur-Overload! Robert wirft
das Handtuch und gibt offiziell auf. Die Beine wollen nicht mehr, die Augen
sind rot und der Kopf geht über. Er flüchtet in die Wohnung und legt sich
flach. Ich gönne mir stattdessen ein weltliches Vergnügen: den Kauf einer
schicken neuen Handtasche und ein paar frischen Shirts für Robert, um die
Lebensgeister wieder zu wecken. Hat bei mir zumindest phantastisch
funktioniert!
Frisch motiviert und mit den Einkäufen im Rucksackerl
marschiere ich alleine weiter und besuche das Jan-Matejko-Haus. Matejko ist der
polnische Nationalmaler schlechthin – absolut vergleichbar mit Hans Makart in
Wien – und berühmt für seine riesigen, dramatischen Historiengemälde. In seinem
Wohnhaus bekommt man einen genialen Einblick in sein Leben und Schaffen.
Gleich danach besuche ich das Josef-Mehoffer-Haus – und das
ist ein echter Traum. Mehoffer ist ein Meister des Jugendstils (ein polnischer
Klimt, wenn man so will – die beiden kennen sich ja sogar von der Wiener
Akademie der bildenden Künste), sein Schwerpunkt Glasmalerei. Sein Haus
präsentiert sich als echtes Gesamtkunstwerk. Die bunten Räume, die
Jugendstil-Möbel und vor allem der wunderschöne, idyllische Garten mitten in
der Stadt sind einfach überwältigend. Um den Tag gebührend abzuschließen,
genieße ich dort ein Glaserl kalten Weißwein im grünen Garten.
Zurück in der Wohnung die Überraschung: Robert ist wieder
ausgeschlafen und der Installateur hat heroisch ein kleines Badezimmerproblem
gelöst. Jetzt lege ich mich erst mal kurz nieder, bevor es zum gemeinsamen
Abendessen geht.
Das Fazit des Tages: Die Mägen sind voll, die Taschen auch,
die Köpfe sowieso. Und Roberts Füße zeigen eine leichte Wanderröte und hoffen
inständig auf ein Happy End im Sitzen!