Wer durch Krakau spaziert, merkt schnell: Diese Stadt verzaubert nicht nur mit ihrer Geschichte, sondern mit einem ganz besonderen Lebensgefühl. Es sind die kleinen, feinen Details im Straßenbild, die den Aufenthalt hier so unverwechselbar machen.
Da sind zum einen diese herrlichen, süßen Düfte, die an
jeder Ecke in die Nase steigen. Man kommt einfach nicht an den Ständen mit dem
traditionellen gerollten Teig vorbei (ob als herzhafter Obwarzanek mit
Sesam oder in der süßen, zimtigen Baumstriezel-Variante). Ein absoluter
Fixpunkt für den kleinen Hunger zwischendurch!
Wer es lieber deftig und absolut authentisch mag, kommt am
flüssigen Gold Polens nicht vorbei: der klassischen roten Rübensuppe (Barszcz).
Diese Suppe ist ein echtes Nationalgericht und eine absolute Offenbarung.
Knallrot, wunderbar aromatisch und perfekt abgeschmeckt – nach einem langen
Fußmarsch gibt es kaum etwas Besseres, um die Lebensgeister zu wecken.
Kulinarische Pflichtlektüre für jeden Krakau-Besucher!
Pierogi sind gefüllte Teigtascherl mit Fleich oder Frischkäse und Gemüse.
Und wo wir gerade so herrlich beim Schlemmen sind: Was wäre
dieser Ort ohne die weltberühmte Krakauer Wurst? Wenn man als Wiener glaubt,
man kennt eine „Krakauer“, wird man hier schnell eines Besseren belehrt. Das
Original (Kiełbasa Krakowska) ist eine absolute Offenbarung für den
Gaumen – herrlich würzig, perfekt geräuchert und mit einem Biss, von dem man zu
Hause nur träumen kann. Ob heiß aus dem Kessel oder kalt aufgeschnitten auf
einem kräftigen Stück Brot: Sie schmeckt einfach nach echter, ehrlicher
Handwerkskunst.
Beim Schlendern über den Prachtmarkt begegnet einem auch
immer wieder ein kurioses Bild: der Lajkonik, der berühmte Reiter im
tatarischen Gewand. Es bringt angeblich Glück, wenn man vom Lajkonik mit seinem
Stecken berührt wird. Ein wunderbar lebendiges Stück Stadtgeschichte!
Wenn man dann ein bisserl Ruhe vom geschäftigen Treiben
sucht, stolpert man direkt in das grüne Herz der Stadt: die Planty. Dieser
grandiose grüne Gürtel umschließt die gesamte Altstadt dort, wo früher die
alten Stadtmauern standen. Ein absolutes Juwel! Wien hat seinen
Prachtboulevard, den Ring – aber Krakau hat sich stattdessen eine
kilometerlange, schattige Oase aus Bäumen, Bänken und Promenaden gegönnt.
Einfach herrlich, um im Schatten zu flanieren.
Die Lokale und Restaurants durchgehend schön gestaltet und einladend zum Verweilen. Preise sehr moderat im Gegensatz zu Wien. Obwohl ich mich meist im touristen Teil der Stadt, also der Altstadt, bewege.
Dabei fällt einem auch die wunderbare Dynamik auf den
Straßen auf. Die Stadt ist unglaublich lebendig, voller schöner Lokale und voll
von jungen Leuten. Es fällt richtig ins Auge: Die Menschen hier wirken fit,
schlank, haben eine tolle Figur und – was besonders schön ist – sie sind
herrlich natürlich belassen. Keine künstliche Überfremdung, sondern eine
frische, unbeschwerte Ausstrahlung, die perfekt zu diesem hippen, modernen
Krakau passt.
Man sitzt im Gastgarten, schaut dem Treiben zu und stellt
fest: Krakau hat einfach den perfekten Rhythmus!
Heute, am Abreisetag, erstmals keine Sonne. Es regnet.
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